"Du kannst nicht über Mobiltelefone forschen, wenn du selber keines hast!", stellte mein Kumpel kürzlich klipp und klar fest. Er hat ja Recht, aber dieser risikovolle Selbstversuch soll immerhin dokumentiert werden. Mein Mobiltelefon-Tagebuch(*):
Das Experiment ist beendet, das Mobiltelefon ausser Betrieb, Funkstille...
Tagebuch durchsuchen:
09. Jan. 2003: Full Impact-Phase |
23. Dez. 2002: Kommunizieren bei 140 km/h |
12. Dez. 2002: Über die Konstruktion von für die Werbeindustrie interessanten Sonderbeilagen |
05. Dez. 2002: Mit dem Mobiltelefon zur Multimillionärin |
14. Nov. 2002: Vom Management der Bühnen |
07. Nov. 2002: Und woff, die Tankstelle ist weg! |
01. Nov. 2002: Grenzenloses Plappern im Dienste der Freundschaft |
31. Okt. 2002: Zu hip für diese Stadt |
24. Okt. 2002: Machen wir uns zum Affen! |
22. Okt. 2002: Das erste Mal |
19. Okt. 2002: Kunst und Kommerz |
18. Okt. 2002: Vom Statussymbol zum Normalfall |
17. Okt. 2002: "arbeit war kacke - bin entnervt, brauch dich jetzt - du bist weg. so'n scheiß. trotzdem schön, dich zu haben. miss U." |
13. Okt. 2002: Und was mache ich jetzt damit? |
11. Okt. 2002: Das Experiment kann beginnen... |
09. Okt. 2002: Natel und Handy |
08. Okt. 2002: t68i oder 3310? nokia, ericsson oder was? |
Als Kommunikationswissenschafter und Linguist beschäftige ich mich mit den Medien, die uns umschwirren. Die Mobiltelefonie ist ein unbestritten interessantes Phänomen der letzten Jahrzehnte. 1997, als ich mich das erste Mal mit den linguistischen Besonderheiten der Mobilkommunikation beschäftigte, war das wissenschaftliche Interesse noch schmal. Fünf Jahre später gibt es reichhaltige Literatur zum Thema.
Obwohl Selbstinspektion ein riskantes Verfahren der Empirie ist, kann ich den Vorwurf nicht von der Hand weisen, dass ich schon selber Erfahrungen mit einem Mobile sammeln müsse, um dieses Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen. Nun gut, so sei es: Ich kaufe mir eins. Soviel steht am 8. Oktober 2002 fest. Wie es weiter geht, entnehme man dem Tagebuch...