{"id":21,"date":"2006-02-10T08:45:29","date_gmt":"2006-02-10T08:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/bubenhofer.com\/sprechtakel\/?p=21"},"modified":"2006-02-10T08:45:29","modified_gmt":"2006-02-10T08:45:29","slug":"schweizer-platt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bubenhofer.com\/sprechtakel\/2006\/02\/10\/schweizer-platt\/","title":{"rendered":"Schweizer Platt"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man sich in norddeutschen Gefielden aufh\u00e4lt, ist immer mal wieder die Rede vom Plattdeutschen, dem Niederdeutschen. Es ist sprachgeschichtlich gesehen die Grundlage des Englischen und verm\u00e4hlte sich durch einen komplizierten Prozess (Stichwort: 2. Lautverschiebung und anderes Pipapo) mit anderen mittelhochdeutschen Variet\u00e4ten zum heute gebr\u00e4uchlichen Hochdeutsch.<\/p>\n<p>Im Norden gibt es das Plattdeutsche aber noch immer als Dialekt, auch wenn es immer mal wieder vom Aussterben bedroht ist. In einer Ausgabe der L\u00fcbecker Nachrichten, die ich im Zug fand, las ich dazu einen Artikel: &#8222;Ein neues Image f\u00fcr das Plattdeutsche&#8220; (LN vom 22.\/23. Januar 2006, S. 36). Dort wird beschrieben, wer sich alles wie um den Erhalt k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Interessant fand ich das kleine Glossar, in dem im Norden gebr\u00e4uchliche W\u00f6rter aufgelistet sind, die auf das Plattdeutsche zur\u00fcck gehen. Da stehen Dinge wie: <\/p>\n<blockquote><p>Buddel: Flasche<br \/>B\u00fcdel: Beutel<br \/>B\u00fcx: Hose<br \/>Koje: Bett<br \/>Pott: Topf (wobei man hier als Hamburg-Gew\u00f6hnter anf\u00fchren muss, dass dort unter Pott wohl \u00f6fter ein grosses Schiff gemeint ist&#8230;)<br \/>usw.<\/p><\/blockquote>\n<p> Nat\u00fcrlich gibt es da auch W\u00f6rter, die nicht nur die Nordlichter verwenden, sondern auch in s\u00fcdlicheren Gefielden \u00fcblich sind:<\/p>\n<blockquote><p>Ged\u00f6ns: Aufhebens<br \/>Grips: Verstand<br \/>kl\u00f6nen: plaudern<br \/>Kuddelmuddel: Unordnung<br \/>Schnute: Schnauze, Mund<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch stand da auch ein Wort, das ich als untertoggenburgischen Dialektausdruck kennenlernte: <b>n\u00f6len<\/b>.<\/p>\n<p>&#8222;N\u00f6len&#8220; ist aber unzweifelhaft platt &#8211; und wird im LN-Glossar mit &#8222;n\u00f6rgeln&#8220; \u00fcbersetzt. Im <a href=\"http:\/\/germazope.uni-trier.de\/Projects\/DWB\">Grimmschen W\u00f6rterbuch<\/a> findet man den Ausdruck <a href=\"http:\/\/germazope.uni-trier.de\/Projects\/WBB\/woerterbuecher\/dwb\/wbgui?lemid=GN05852\">auch<\/a>. Es werden zwei Bedeutungen angegeben: <\/p>\n<blockquote><p>langsam sein im reden und thun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist die niederdeutsche Bedeutung, daneben:<\/p>\n<blockquote><p>oberd. im Unterinnthale n\u00e5ln, n\u00f4ln, eine unn\u00fctze arbeit thun, besonders wenn man dadurch von etwas anderem abgehalten wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wahrscheinlich damit verwandt ist die urspr\u00fcnglich schweizerische Bedeutung.<\/p>\n<p>Aber eben: Heute wird darunter &#8222;n\u00f6rgeln&#8220; verstanden. Wir haben es hier also nicht nur mit einem Wandel der Wortform zu tun, sondern auch mit einem Bedeutungswandel, wobei unklar ist, ob das heute gebr\u00e4uchliche &#8222;n\u00f6len&#8220; ein Produkt aus urspr\u00fcnglich verschiedenen Quellen ist &#8211; was sprachgeschichtlich gesehen nat\u00fcrlich keinesfalls \u00fcberraschend w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wer kennt &#8222;n\u00f6len&#8220; als ein Dialektwort? Wer weiss mehr? N\u00f6lt mal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich in norddeutschen Gefielden aufh\u00e4lt, ist immer mal wieder die Rede vom Plattdeutschen, dem Niederdeutschen. Es ist sprachgeschichtlich gesehen die Grundlage des Englischen und verm\u00e4hlte sich durch einen komplizierten Prozess (Stichwort: 2. 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