{"id":17,"date":"2006-01-25T20:09:33","date_gmt":"2006-01-25T20:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/bubenhofer.com\/sprechtakel\/?p=17"},"modified":"2006-01-25T20:09:33","modified_gmt":"2006-01-25T20:09:33","slug":"er-sah-sich-gezwungen-die-notbremse-einzuleiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bubenhofer.com\/sprechtakel\/2006\/01\/25\/er-sah-sich-gezwungen-die-notbremse-einzuleiten\/","title":{"rendered":"Er sah sich gezwungen, die Notbremse einzuleiten"},"content":{"rendered":"<p>Die NZZ vermeldete heute die erfreuliche Tatsache, dass 2005 &#8222;keine Toten bei VBZ-Unf\u00e4llen&#8220; zu beklagen seien (NZZ vom 25. 1. 2006, S. 49). F\u00fcr Unkundige: <a href=\"http:\/\/www.vbz.ch\"><b>V<\/b>erkehrs<b>b<\/b>etriebe <b>Z<\/b>\u00fcrich<\/a>. Trotzdem gab es im letzten Jahr 506 Verletzte, darunter die meisten VBZ-Fahrg\u00e4ste, die<\/p>\n<blockquote><p>bei Nothalten zu Schaden [kamen], welche die Tramf\u00fchrer wegen drohender Kollisionen einleiten mussten.<\/p><\/blockquote>\n<p> Das bringt mich immer zum Schmunzeln. Nein, nicht die Verletzten, sondern das &#8222;Einleiten einer Notbremsung&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width='400' height='264' style=\"border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"\/sprechtakel\/uploads\/notbremse.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Stellen wir uns das mal vor: Der Tram- oder Lokf\u00fchrer, die Tram- oder Lokf\u00fchrerin realisiert, dass eine Kollision droht und deshalb eine Notbremsung angebracht ist. Er oder sie muss nun diese Notbremsung einleiten. Das ist ein kompliziertes Verfahren: Eine 10-Punkte-Checkliste muss der Reihe nach abgearbeitet werden. Dann muss die Leitstelle \u00fcber die bevorstehende Notbremsung informiert werden. Dann wird (zumindest im Zug) das weitere Zugspersonal \u00fcber Lautsprecher vorgewarnt. Zu guter Letzt erfolgt die pflichtgem\u00e4sse Warnung der Fahrg\u00e4ste dar\u00fcber, dass demn\u00e4chst die Notbremsung wirken wird.<\/p>\n<p>Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ein solches Verfahren stelle ich mir unter <b>&#8222;Einleiten einer Notbremsung&#8220;<\/b> vor! Wenn wir uns die typischen Kookkurrenzpartner des Verbs &#8222;einleiten&#8220; in der <a href=\"http:\/\/corpora.ids-mannheim.de\/ccdb\/\">IDS Kookkurrenzdatenbank<\/a> angucken, erhalten wir (gek\u00fcrzt) folgende Liste: <\/p>\n<blockquote><p>(Staatsanwalt) leitet ein (strafrechtliches) Ermittlungsverfahren ein<br \/>\n(rechtliche\/juristische) Schritte werden eingeleitet<br \/>\nVerfahren (zum Amtsenthebung) wird eingeleitet<br \/>\nein Strafverfahren wurde eingeleitet<br \/>\nein (f\u00f6rmliches) Disziplinarverfahren einleiten<br \/>\neine (interne) Untersuchung einleiten<br \/>\n(entsprechende) Ma\u00dfnahmen einleiten<br \/>\nusw.<\/p><\/blockquote>\n<p> Also alles doch eher langwierige Verfahren \u2013 etwas aus der Reihe tanzt da h\u00f6chstens die (sofortige\/grossangelegte) Suchaktion die eingeleitet wird. Unter &#8222;Notbremsung&#8220; stellte ich mir aber immer etwas weniger langwieriges vor. Eher: Zack-Ratsch!<\/p>\n<p>Irgendwie passt das Verb &#8222;einleiten&#8220; doch nicht zu einer Notbremsung. Doch auch hier belehrt uns die Kookkurrenzdatenbank, dass &#8222;einleiten&#8220; in Kombination mit &#8222;Notbremsung&#8220; wirklich dem \u00fcblichsten Sprachgebrauch entspricht. Die einzige Alternative, die aber relativ selten verwendet wird, ist &#8222;ausl\u00f6sen&#8220;.<\/p>\n<p>Ich finde: Die Notbremse braucht ein neues Wort! Ein dramatischeres, schnelleres Verb! Vorschl\u00e4ge?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NZZ vermeldete heute die erfreuliche Tatsache, dass 2005 &#8222;keine Toten bei VBZ-Unf\u00e4llen&#8220; zu beklagen seien (NZZ vom 25. 1. 2006, S. 49). F\u00fcr Unkundige: Verkehrsbetriebe Z\u00fcrich. 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