"Du kannst nicht über Mobiltelefone forschen, wenn du selber keines hast!", stellte mein Kumpel kürzlich klipp und klar fest. Er hat ja Recht, aber dieser risikovolle Selbstversuch soll immerhin dokumentiert werden. Mein Mobiltelefon-Tagebuch(*):
Das Experiment ist beendet, das Mobiltelefon ausser Betrieb, Funkstille...
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22. Okt. 2002: Das erste MalPremiere heute! Ich habe telefoniert mit meinem Mobiltelefon, und das in beide Richtungen! Nachdem ich es jetzt tagein tagaus schön brav mit mir herumtrug, bei jedem Piepsen aufschreckte um mir dann sofort in Erinnerung zu rufen, dass ich es, was seine Alarmierung betrifft, auf absoluter Sparflamme laufen lasse, ich mir aber doch nie ganz sicher war, ob das dann wirklich so unauffällig ist, nachdem es also x verpasste Chancen gab, angerufen zu werden oder selber anzurufen, hats heute endlich geklappt. | ||
Als Kommunikationswissenschafter und Linguist beschäftige ich mich mit den Medien, die uns umschwirren. Die Mobiltelefonie ist ein unbestritten interessantes Phänomen der letzten Jahrzehnte. 1997, als ich mich das erste Mal mit den linguistischen Besonderheiten der Mobilkommunikation beschäftigte, war das wissenschaftliche Interesse noch schmal. Fünf Jahre später gibt es reichhaltige Literatur zum Thema.
Obwohl Selbstinspektion ein riskantes Verfahren der Empirie ist, kann ich den Vorwurf nicht von der Hand weisen, dass ich schon selber Erfahrungen mit einem Mobile sammeln müsse, um dieses Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen. Nun gut, so sei es: Ich kaufe mir eins. Soviel steht am 8. Oktober 2002 fest. Wie es weiter geht, entnehme man dem Tagebuch...