"Du kannst nicht über Mobiltelefone forschen, wenn du selber keines hast!", stellte mein Kumpel kürzlich klipp und klar fest. Er hat ja Recht, aber dieser risikovolle Selbstversuch soll immerhin dokumentiert werden. Mein Mobiltelefon-Tagebuch(*):
Das Experiment ist beendet, das Mobiltelefon ausser Betrieb, Funkstille...
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11. Okt. 2002: Das Experiment kann beginnen..."Wow!" war das erste Wort, das ich als SMS-Nachricht auf meinem gestern erstandenen Mobiltelefon erhielt. Es ist die Reaktion meines Kumpels (siehe Einleitung oben) auf meine SMS, die mein Leben als frischgebackener Mobiltelefonbesitzer verkündete. Wobei diese kommunikatorische Sternstunde in einem fahrenden Zug zwischen Zürich und Landquart statt fand. Dass ich den Moment des erstmaligen Surrens und Piepsens des Telefons nicht mehr genau lokalisieren kann, liegt wohl daran, dass ich während des Blätterns in der vielstufigen Menühierarchie des Mobiltelefons völlig meine Umgebung vergass (und darob fast vergass, in Landquart auszusteigen...). | ||
Als Kommunikationswissenschafter und Linguist beschäftige ich mich mit den Medien, die uns umschwirren. Die Mobiltelefonie ist ein unbestritten interessantes Phänomen der letzten Jahrzehnte. 1997, als ich mich das erste Mal mit den linguistischen Besonderheiten der Mobilkommunikation beschäftigte, war das wissenschaftliche Interesse noch schmal. Fünf Jahre später gibt es reichhaltige Literatur zum Thema.
Obwohl Selbstinspektion ein riskantes Verfahren der Empirie ist, kann ich den Vorwurf nicht von der Hand weisen, dass ich schon selber Erfahrungen mit einem Mobile sammeln müsse, um dieses Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen. Nun gut, so sei es: Ich kaufe mir eins. Soviel steht am 8. Oktober 2002 fest. Wie es weiter geht, entnehme man dem Tagebuch...