"Du kannst nicht über Mobiltelefone forschen, wenn du selber keines hast!", stellte mein Kumpel kürzlich klipp und klar fest. Er hat ja Recht, aber dieser risikovolle Selbstversuch soll immerhin dokumentiert werden. Mein Mobiltelefon-Tagebuch(*):
Das Experiment ist beendet, das Mobiltelefon ausser Betrieb, Funkstille...
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31. Okt. 2002: Zu hip für diese StadtNein, mein Handy hat mich nicht ermordet, es ist auch nicht abgestürzt, genausowenig wie ich. Es gibt schlicht keine Entschuldigung dafür, erst heute wieder zu schreiben. Nun denn, was gibts heute? ich fände noch spannend (und weil es eine studie ist sogar notwendig), dass du uns leserinnen und lesern die anzahl der reaktionen angibst. hat deine site eine lawine ausgelöst oder treffen die fragen sporadisch ein (und noah freut sich bei jedem mail wie ein wilder)?Nun: Ich freue mich wie ein Wilder, das ist ja klar! Ich gebe zu, die Anzahl der Mailing-Listen-AbonnentInnen liegt noch im einstelligen Bereich, allerdings bei mehr als 5 und weniger als 7. Anderweitige Post kommt regelmässig und wird meistens gleich veröffentlicht. Die Hits-Anzahl auf meiner Website ist aufstrebend wie Zürichs Trendquartiere, Hoffnung besteht also. Völlig misslungen ist die Frage nach den Mobiltelefonkosten meiner LeserInnen. M. H. aus Z. ist die einzige, die geantwortet hat: ich bezahle pro monat rund 40fr für meine handy kommunikation. forschungsergebnisse erwünscht!! :-)Ich entschuldige mich für die indiskrete Frage und bemühe mich um amtliche Statistiken... Es erreichten mich noch zwei Zuschriften zum Thema "lebensgefährliches Mobiltelefon", deren Publikation wir aber auch auf ein späteres Datum verschieben müssen... | ||
Als Kommunikationswissenschafter und Linguist beschäftige ich mich mit den Medien, die uns umschwirren. Die Mobiltelefonie ist ein unbestritten interessantes Phänomen der letzten Jahrzehnte. 1997, als ich mich das erste Mal mit den linguistischen Besonderheiten der Mobilkommunikation beschäftigte, war das wissenschaftliche Interesse noch schmal. Fünf Jahre später gibt es reichhaltige Literatur zum Thema.
Obwohl Selbstinspektion ein riskantes Verfahren der Empirie ist, kann ich den Vorwurf nicht von der Hand weisen, dass ich schon selber Erfahrungen mit einem Mobile sammeln müsse, um dieses Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen. Nun gut, so sei es: Ich kaufe mir eins. Soviel steht am 8. Oktober 2002 fest. Wie es weiter geht, entnehme man dem Tagebuch...